von Swaantje Schlittgen
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. trauert mit den Angehörigen um die ermordeten Mitmenschen von Hanau. Mit ihnen fühlen wir das Entsetzen und den Schmerz um den Verlust.
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. verfolgt das Ziel, die Verwirklichung der Menschenrechte und Grundrechte im öffentlichen Leben der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. sieht in dem Gedanken der Toleranz ein universelles Verhaltensprinzip und strebt dessen Verwirklichung in allen Lebensbereichen an. Der menschenverachtende Terroranschlag auf arglose Menschen in Hanau wie auch der weitere Anschlag am Rosenmontag, der zurückliegende Terroranschlag in Halle, der Mord an einem Regierungspräsidenten sowie ähnliche Gewalttaten sind mit dieser Vorstellung nicht vereinbar! Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. vertritt die Auffassung, dass Werte und Normen eines Gemeinwesens nur bei Wahrung der Würde jeder Einzelnen im Dialog vereinbart werden können. Der Maßstab hierfür ergibt sich aus dem Grundgesetz, in dem insbesondere die Einhaltung der Grundrechte die Qualität des Zusammenlebens prägen. Intolerante Ideologien, völkische Denkweisen und andere Formen des Rassismus, Dogmen, autoritäre Strukturen und Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung stehen im Widerspruch hierzu.
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. tritt für die Freiheit der Weltanschauung, des Glaubens, des Gewissens und der Religion ein. Er wendet sich jedoch gegen jegliche Gewalt gegenüber Mitmenschen: Das Selbstbestimmungsrecht der Einzelnen endet dort, wo die jeweils Andere in ihren Menschen- und Grundrechten verletzt wird.
Terror und Mord sind niemals hinnehmbar und müssen vom Staat sanktioniert werden. Jede Einzelne hier Lebende ist Teil dieser Gesellschaft. Die von den UN verabschiedeten Menschenrechte gelten für alle Bewohnerinnen der Bundesrepublik Deutschland – und sollten nicht nur gegenüber Diktatoren eingefordert werden. Die Achtung von Menschen- und Grundrechten ist nicht allein staatlichen Institutionen vorbehalten, sondern jede von uns, jede Einzelne, kann/muss diese Achtung in das gemeinsame öffentliche und private Leben einbringen. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. sieht im Recht auf Selbstbestimmung gleichzeitig auch die Pflicht zur Selbst- und Mitverantwortung der Einzelnen, das Zusammenleben in unserer Gesellschaft gewaltfrei und unter Wahrung der Würde jeder Einzelnen zu gestalten.
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. verurteilt jede Gewalt gegen andere Menschen. Jeder Anschlag und jedes Opfer sind eines: – zuviel!
Swaantje Schlittgen (Präsidentin Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.)
aus dem Archiv des DFW (2021)

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