von Renate Bauer
Seit Jahren schon plädiert der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e. V. (DFW) für einen verpflichtenden religionskundlichen und werteorientierten Ethik-Unterricht, an dem alle Schüler gemeinsam teilnehmen.
Die veränderten religiösen und weltanschaulichen Verhältnisse in Deutschland, in dem immer mehr Religionen vertreten und darüber hinaus immer mehr Menschen konfessionsfrei sind, erfordern ein Umdenken auf diesem Gebiet. Wissen über andere Religionen, Weltanschauungen und Kulturen, über Zusammenhänge im globalen Geschehen und allgemeine Grundsätze der Ethik sind heute mehr denn je gefordert, um Vorurteilen und Ausgrenzungen schon frühzeitig zu begegnen und Toleranz gegenüber Andersdenkenden und -lebenden zu fördern.
Das Wissen um Grund- und Menschenrechte, um die daraus resultierenden Pflichten, und der Respekt vor anderen Weltanschauungen, Religionen und Kulturen gehören zu einer grundlegenden Bildung. Unberührt davon bleibt das Recht der Eltern, ihre Kinder in ihrer Weltanschauung und Religion zu erziehen, und das Recht der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auf Durchführung eines zusätzlichen Bekenntnisunterrichts bestehen.
Der Dachverband ist bereit, im Interesse der konfessionsfreien Menschen bei der Einführung und inhaltlichen Ausgestaltung eines solchen allgemeinen Unterrichts, zu der auch das Wissen um eine humanistische Lebensauffassung gehört, mitzuwirken.
Der DFW lehnt grundsätzlich einen Sonderunterricht für bestimmte Schülergruppen ab, alle Schüler*innen sollen gemeinsam lernen und sich dadurch besser kennenlernen und verstehen.
aus dem Archiv des DFW (2018)


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